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Interview mit Gabi Metternich

6 Fragen an die Künstlerin Gabi Metternich

Frage 1: Welche Rolle spielt Kunst Ihrer Meinung nach im Kontext von Gesundheit und Wohlbefinden?

Kunst kann wesentlich zur Gesundheit beitragen. Sie bietet nicht nur einen Raum für kreativen Ausdruck, sondern kann auch eine Verbindung zu den eigenen Gefühlen herstellen. Besonders in der heutigen, schnelllebigen Zeit, kann Kunst eine Art Gegenbewegung sein. Gerade in Phasen von Belastung oder auch Krankheit kann der kreative Prozess helfen, sich selbst wieder näherzukommen. Auch das einfache Betrachten von Bildern kann Heilungsprozesse unterstützen.

 

Frage 2: In welchen Aspekten glauben Sie, dass Kunst das körperliche oder seelische Wohlbefinden der Menschen fördern kann?

Studien zufolge fördert Kunst Konzentration und Achtsamkeit, reduziert Stress und stärkt das emotionale Gleichgewicht. Ein Forschungsprojekt in England ergab, dass Arztbesuche um 37 Prozent sanken, wenn Menschen Kunstgalerien und Museen besuchten. Auch Krankenhauseinweisungen gingen um 27 Prozent zurück. Kunst gibt Menschen die Möglichkeit, ihre Gefühle auszudrücken, auch dann, wenn Worte fehlen. Dies ist ein zentraler Aspekt für seelisches Wohlbefinden.

 

Frage 3: Inwiefern glauben Sie, dass der Kontakt mit Kunst für die Menschen eine positive Auswirkung auf ihre Gesundheit haben kann?
Der kreative Prozess ermöglicht es Menschen, sich selbst auszudrücken, ohne bewertet zu werden – ein wertvolles Gegengewicht zu vielen Erfahrungen im Alltag. Hier ist der Weg wichtig; das sich ausprobieren. Der kreative Prozess ist das eigentliche Ziel, nicht das Ergebnis. Und so wächst der Glaube an sich selbst. Die Zuversicht nimmt zu, und der Blick auf die eigene Realität wird positiver. Und so schließt sich der Kreis. Der Kontakt mit Kunst, sei es durch aktives Gestalten oder als Betrachter:in, lässt zur Ruhe kommen. Er ermutigt zur Selbstwahrnehmung und unterstützt die emotionale Verarbeitung.

 

Frage 4: Haben Sie Erfahrungen oder Beispiele, die zeigen, wie Kunst therapeutisch wirken kann?
Während eines Klinikaufenthalts in einer Psychosomatischen Klinik war Kunsttherapie für mich die prägendste Therapieform. Sie half mir, meine emotionalen Blockaden zu lösen. Verschüttete Ressourcen konnten so wieder freigesetzt werden. Diese Erfahrung hat mich tief geprägt und dazu geführt, selbst eine Ausbildung zur Kunsttherapeutin zu absolvieren. Ich möchte zukünftig Menschen in Lebenskrisen unterstützen. Über die Kunst sollen sie neue Wege zu sich selbst finden und Heilungsprozesse begleitet werden.

 

Frage 5: Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?
Wenn ich male, schalte ich den Kopf aus und lasse mich nur von meinem Gefühl leiten. Es ist, als ob die Farben und Formen selbst sprechen und ich lediglich ein Kanal für ihre Botschaft bin. In diesen Momenten fühle ich mich völlig im Einklang mit mir selbst. Ich male intuitiv – und genau darin liegt für mich die Magie: im Loslassen, im Vertrauen auf den Moment. Die Wahl meiner Materialien ist daher ebenfalls intuitiv. Ich lasse Farben vor meinem geistigen Auge entstehen, die ich dann verwende. Die Materialauswahl meiner Mixed-Media Werke folgt dem Zufallsprinzip. Ich öffne eine Schublade und nehme einfach das was ich finde.

 

Frage 6: Ihr Leben ohne Kunst wäre für Sie…?
Nicht vorstellbar. Kunst ist für mich meine stärkste Ressource. Ohne Kunst würde mir ein wesentliches Werkzeug fehlen, Krisen zu bewältigen und mich selbst immer wieder neu zu entdecken. Es ist wie ein Wunder und oft im Kontrast zum alltäglichen Leben, dass ich im künstlerischen Prozess stets die Zuversicht habe, dass alles was ich male/mache gut wird! Wäre es doch in allen Bereichen des Lebens so leicht.